Haarentfernung

 

 

Um die dauerhafte Haarreduzierung mittels Photothermolyse verstehen zu können, ist die Theorie des Haarzyklus der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Behandlung. Die Melaninkonzentration im Follikelbulbus hat ebenfalls einen wichtigen Einfluss auf die Wirksamkeit der Therapie. 

Der Haarzyklus unterteilt sich in drei Phasen:

Anagen - Wachstumsphase
Katagen- Rückgangsphase
Telogen – Ruhephase
 

 

 

 

 

 

Die Anagene Phase unterteilt sich in 6 weitere Phasen. In der ersten Phase wird das Wachstum aktiviert. Erst in der vierten Anagenphase haben sich die Matrixzellen mit den Melanozyten vollständig entwickelt. Das neue Haar wächst ab der sechsten Anagenphase an die Oberfläche. In der Katagenphase stellen die Matrix- und Kortexzellen ihr Wachstum ein und sterben ab. Die Papille verkleinert sich und das Haar trennt sich von der Papille. In der Telogenphase hat sich die Papille weiter verkleinert und ist vollständig von der Wurzelscheide getrennt. In dieser Phase ruhen die meisten Körperhaare über mehrere Wochen, bis die Papille in der Anagenphase I wieder aktiviert wird. 

Mit der Photoepilation lassen sich nur Haare in der Anagenphase fünf bis sechs entfernen, da nur in diesen Phasen genügend Melanozyten in den Matrixzellen gebildet werden und sich der Haarbulbus dadurch farblich vom umgebenden Gewebe abhebt. 

Auf der Kopfhaut sind die meisten Haare in der anagenen Phase (ca. 80-90%), die über mehrere Jahre andauert. Die Bartbehaarung befindet sich zu ca. 55-70% in der Anagenphase. 

Bei der Körperbehaarung verhält es sich umgekehrt. Hier befinden sich nur 20-30% in der Anagenphase, die kürzer ist als die Telogendauer. Als Faustformel gilt je weiter entfernt die Körperregion vom Kopf ist, desto mehr Haare befinden sich in der Telogenphase. Bei der Körperbehaarung variiert die Telogendauer zwischen 3 (Achselhöhle) und 6 (Unterschenkel) Monaten. Die Anagendauer ist hier durchschnittlich 4 Monate. Die Beinbehaarung hat ca. 20% in der Anagenphase und die restliche Körperbehaarung ca. 30%. 

Mit jeder Photoepilationsbehandlung kann man also im Idealfall nur 15-20% der Körperbehaarung entfernen, da nur Haare in der Anagenphase 5 und 6 entfernt werden können. Deshalb sind mindestens 5 Behandlungen notwendig. Durch die lange Telogendauer muss der Behandlungszyklus ebenfalls lang genug gewählt werden. Die ersten Behandlungen können im Abstand von 4-6 Wochen (Beine 6-8 Wochen) erfolgen, danach 2-3 Monate (Beine 2-4 Monate). 

 

Der Follikelbulbus ist die wichtigste Zielstruktur bei der Photothermolyse. In den Matrixzellen um die Papille befinden sich gehäuft Melanozyten. Diese pumpen Malanin in die reifenden Kortexzellen, die später keratinisieren und das Haar nach außen wachsen lassen. 

 

Ziel der Photothermolyse ist es die Papille dauerhaft so zu schädigen, dass sie ihre Aktivität und Wachstum einstellt. Nur bei brauner bis dunkler Körperbehaarung befinden sich genug dunkle Matrix- und Kortexzellen um die Papille. Diese dunklen Zielstrukturen können genügend Licht- und Infrarotenergie des IPLs adsorbieren, um eine schädigende Hitze (über 70 C°) in der Papille zu erzeugen. Für das Absterben der Papille spielen vor allem eine Thermokoagulation und eine Thermo-Agglutination (Erythrozytenverklumpung) in den versorgenden Kapillaren der Papille eine Rolle.